FORSCHUNGSHORIZONTE ▪ THEMA IM FOKUS

Seit 1992: wissenschaftliche Mitarbeiterin im Südost-Institut München (bis 2000) und ab 2001 in der Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin;

In 2002 Habilitation und seitdem Privatdozentin in Politikwissenschaft und ab 2012 außerplanmäßige Professorin an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg;

Vertretungsprofessur für Politikwissenschaft, Universität München (SS 2003 und WS 2003/04), Alfred-Grosser-Gastlehrstuhl am Science Po in Nancy (Frankreich, SS 2006), Lehre an der Humboldt-Universität zu Berlin in Internationaler Politik (2002) und am Osteuropa-Institut Berlin (2007-2012) am Lehrstuhl für Soziologie;

Seit 2017: Gründerin und Herausgeberin der wissenschaftlichen Online-Zeitschrift

In dieser Rubrik meiner Website greife ich aktuelle Themen aus der Europapolitik und zu den Internationalen Beziehungen auf und beleuchtet sie aus wissenschaftlicher Perspektive. Dabei kommen unterschiedliche Ansätze und Theorien aus den Humanwissenschaften zur Sprache, insbesondere aus der politischen Kulturforschung. Sie bieten sowohl Experten als auch interessierten Lesern Orientierungshilfe beim eigenen Verstehen von gesellschaftlichen Hintergründen zu tagespolitischen Ereignissen. Dabei sollen zugespitzte Thesen den Diskurs anregen.

Wer in der Digitalisierung mit einer ständig wachsenden Informationsflut nicht untergehen will, sollte seine Medienkompetenz verbessern. Dazu gehört nicht nur ein Verständnis für Kontexte und Wechselwirkungen von Ereignissen, sondern auch das Hinterfragen des eigenen Wissens- und Forschungshorizonts. Unsere offenen Gesellschaften in Europa bieten immer noch genügend Platz für das Hinterfragen von gängigen Narrativen, die Meinungen verbreiten, statt Perspektiven und Horizonte zu öffnen. Hinter den hier angebotenen Thesen stehen in den meisten Fällen ausführlichere Fachartikel zum Nachlesen. 

Jede wissenschaftliche Analyse, mag sie auch um Objektivität bemüht sein, enthält subjektive Elemente. Denn Erkenntnisse setzten vor allem Erfahrungen und damit verarbeitetes Wissen voraus, das immer an Persönlichkeiten gekoppelt bleibt. Daran wird der Trend zur Bildung von Forschungsteams und Forschungsverbünden nichts ändern. Denn eine wissenschaftliche Leistung wird selbst in der Zusammenarbeit mit anderen Forschern stets von einzelnen Individuen erbracht. Sie allein können für die Qualität ihrer Arbeit bürgen. Deshalb mache ich Werbung in eigener Sache und verlinke zu allen Publikationen, aus die meine Expertise hervorgeht. 

Die Meldungen der Medien über die Lage an der polnischen Grenze zu Belarus klingen dramatisch. Die Lage spitze sich täglich zu und schuld daran sei Belarus. In ihrer Struktur und Intension ähneln sie vielen anderen Auslandsberichten, nur die Namen sind austauschbar. Diesmal ist der weissrussische Autokrat Alexander Lukaschenko der vermeintliche Bösewicht, der “Schurke”. Eine solche Personalisierung komplexer Konfliktlagen dient einzig dem Ziel der Polarisierung, auf deutsch gesagt: Diese Medien giessen Öl ins Feuer, statt mit sachlichen Informationenv zum Löschen des Brands beizutragen. … weiterlesen 

Der ehemalige katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont macht derzeit medial auf sich aufmerksam. Von seinem Brüsssler Exil aus besuchte er am 24.9.2021 Sardinien, um dort an einem katalanischen Kulturfestival teilzunehmen. Dies gab ihm die Gelegenheit, mit seinem Amtsnachfolger Pere Aragonès und anderen Mitstreitern aus der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung zusammenzutreffen. Da das Europaparlament am 9.3.2021 seine Immunität als Abgeordneter aufgehoben hatte, konnten die spanischen Behörden von Italien eine Vollstreckung des europäischen Haftbefehls gegen ihn verlangen. … weiterlesen 

In der CoronaKrise sind die Stimmen von Sozialwissenschaftlern oder Politologen kaum zu hören. Viele beschäftigen sich mit Defiziten und Konflikten anderer Länder, doch am Erhalt der eigenen  demokratischen Kultur scheint es wenig Interesse zu geben. Dabei ist es erklärungsbedürftig, warum Grundrechte eingeschränkt werden müssen, um die Gefahren einer Pandemie zu meistern. Warum geht Europa mit Lockdowns und faktischen Zwangsimpfungen den chinesischen Weg, statt dem Fachwissen, der Kreativität und der Selbststeuerung offener Gesellschaften zu vertrauen?weiterlesen 

Zum zehnten Jahrestag des Arabischen Frühlings werden aus dem Blickwinkel westlicher Demokratien überwiegend negative Bilanzen gezogen. Doch welche Kriterien liegen dieser Analyse zugrunde? Könnte man aus demokratietheoretischer Sicht nicht auch zu anderen Erkenntnissen kommen? Dieser Beitrag diskutiert darüber hinaus weitere Theorien, die zum Verständnis der aktuellen Krisen beitragen. So verweist der Ansatz der Systemtransformation oder besser die Transformationstheorie auf tiefergreifende sozioökonomische und gesellschaftliche Zusammenhänge: Danach hat es schon Anfang der 1990er Jahre in der arabischen Welt konsekutive Transformations oder Reformprozesse in Wirtschaft und Politik gegeben.weiterlesen 

Die Berichterstattung über die (Post)BrexitVerhandlungen 20192020 ist ein Lehrbeispiel dafür, wie Medien immer stärker gesellschaftliche Diskurse steuern und Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse nehmen, die eigentlich in die Hand des Souveräns gehören, den Staatsbürgern. Die Diskursanalyse Foucaults macht mediale Techniken bewusst, um das Nichtgesagte zu erkennen, Doktrinen zu hinterfragen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. So wird deutlich, dass der Austritt des Vereinigten Königreichs (VK) für die Europäischen Union (EU) mehr bedeutet als der Verlust eines Mitglieds. Es geht um die Deutungshoheit über „Europa“ und darüber, welche Richtung die Europäische Integration einschlagen soll.weiterlesen 

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