FORSCHUNGSHORIZONTE POLITIK & KULTUR

Seit meinem Studium der Politologie, Slavistik und Islamwissenschaft beschäftige ich mich mit dem Verhältnis zwischen Politik und Kultur in Europa und den Nachbarländern. Daher ist mir bewusst, dass Religionen und Sprachen nicht erst mit Beginn des 21. Jahrhunderts politisch an Bedeutung gewannen. Die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch gab es zwischen Politik und Kultur wechselseitige Abhängigkeiten. Neu ist das Ausmaß, mit dem heute politische Interessenskonflikte kulturell begründet oder auf kulturelle Deutungsmuster zurückgeführt werden. Deshalb erscheinen uns die Konflikte häufig als unlösbar.

Die Erfahrung meiner wissenschaftlichen Politikberatung seit 1992 ist eine ganz andere: Politik und Kultur stehen nicht notwendigerweise in einem symbiotischen Abhängigkeitsverhältnis. Wenn wir diese beiden Ebenen unterscheiden und auseinanderhalten, können sie sich ergänzen und Brücken gebaut werden. Während politische Interessen auf unterschiedlichen Weltanschauungen und gesetzlich verankerten Werten basieren, bilden Kulturen offene Systeme, die sich rasch verändern und neuen Gegebenheiten anpassen. Diese Website Forschungshorizonte Politik & Kultur gibt zahlreiche Beispiele und Anstöße dafür, dass es aus dieser Perspektive für alle Kulturkonflikte Lösungsansätze gibt.

EU ▪ EUROPA

Eurokrise und Brexit-Referendum haben das Vertrauen in die Europäische Integration stark erschüttert. Doch übereilte Reformkonzepte für die EU können vieles verschlimmern, zumal wenn die Bürger nicht daran beteiligt werden. Anstelle zentralistischer Lösungen sollten die Staaten wieder stärker die Verantwortung für das Schicksal Europas an sich ziehen. Mehr Lesen >

SPRACHEN ▪ POLITIK

Die Staatenwelt Europas hat unterschiedliche politische Kulturen hervorgebracht. Dieses historische Erbe, zu dem auch die Mehrsprachigkeit gehört, bietet Chancen für kulturelle Innovation und Anpassung. In Krisenzeiten wächst aber die Gefahr, dass durch kulturelle Differenz staatliche Territorien in Frage gestelllt werden, eine bedrohliche Entwicklung. Mehr Lesen >

ISLAM ▪ CHRISTENTUM

Die Religionsfreiheit in Europa ist ein demokratisches Grundrecht. Es wird durch Verfassungen und die Konvention des Europarats (EMRK) geschützt. Auch viele Staaten aus der islamischen Welt haben sich als UN-Mitglieder dazu bekannt. Doch fällt es ihnen schwer, den Pluralismus in ihrer eigenen Religion zu akzeptieren. Dies hat Folgen für die religiöse Toleranz unter muslimischen Migranten. Mehr Lesen >

FRIEDEN ▪ KONZEPTE

Der Zerfall von Staaten ist ein globales Phänomen, das den Weltfrieden bedroht. Viele Europäer haben sich damit arrangiert und es als "kulturelle" Besonderheit verbucht. Doch die Griechenlandkrise zeigt, dass bereits EU-Mitglieder vom Zerfall staatlicher Strukturen bedroht werden. Daher sind Konzepte gefragt, wie die staatliche Souveränität gestärkt oder wiederhergestellt werden kann. Mehr Lesen >

AUSGEWÄHLTE PUBLIKATIONEN

EU ▪ EUROPA

Kontroversen um den Brexit. Diskursanalyse, Integrationstheorien und Ordoliberalismus bieten Erkenntnis und Orientierung, in: Forschungshorizonte Politik & Kultur (FPK), Vol. 5, No. 1 (2021 Jan 18), 13 Seiten. 

Europas Demokratien temporär im Notbetrieb? Rahmenbedingungen, Verantwortlichkeiten und Ausstiegsszenarien aus der Corona-Krise, in: Forschungshorizonte Politik und Kultur (FPK), Vol. 4, No. 4 (2020 May 15), 39 Seiten.

Der katalanische Separatismus: Kompromisslos aber “pro-europäisch”, in: Rudolf Hrbek, Martin Große Hüttmann, Carmen Thamm (Hrsg.), Autonomieforderungen und Sezessionsbestrebungen in Europa und der Welt. Beweggründe – Entwicklungen – Perspektiven, 2020, Baden-Baden, S. 76-91

SPRACHEN ▪ POLITIK

Streit um nationale Identitäten. Der Separatismus zielt auf eine „kulturelle“ Neuordnung Europas, in: Zeitschrift für Politikwissenschaft, Vol. 28/2018, Forum, 12.07.2018.

Katalonien im Brennglas der EU-Krisen. Das Patt nach den Regionalwahlen vom 21.12.2017 ist ein Signal an Europas Reformer, in: Forschungshorizonte Politik & Kultur, Vol. 2, No. 1 (2018 Jan 10), 8 Seiten. 

Die Befragung zur Unabhängigkeit Kataloniens (9.11.2014). Ergebnisse, Hintergründe und Herausforderungen für Europa, in: Arbeitspapiere FG Globale Fragen, 2014/ Nr. 03, November 2014, 26 Seiten.

 

ISLAM ▪ CHRISTENTUM

Stabilisierung autoritärer Herrschaft durch Religionspolitik. Das Beispiel Algerien, in: Sabine Riedel, Anna Mühlhausen: Algerien zwischen Transformation und Kontinuität. Stabilisierung autoritärer Herrschaft am Rande des Arabischen Frühlings, SWP Arbeitspapiere FG Globale Fragen, 2015/ Nr. 01, Mai 2015, 51 Seiten.

Interreligiöse Dialog-initiativen. Zur Auswärtigen Kulturpolitik islamischer Staaten, in: Doron Kiesel, Ronald Lutz (Hg.), Religion und Politik. Analysen, Kontroversen,Fragen, Frankfurt/M. 2015, S. 331-356

 

FRIEDEN▪ KONZEPTE

Die MENA-Region: Föderalisierung –  Autonomie –  Dezentralisierung, in: Europäisches Zentrum für Föderalismus-Forschung Tübingen (EZFF, Hg.), Jahrbuch des Föderalismus 2019. Föderalismus, Subsidiarität und Regionen in Europa, Baden-Baden 2018, S. 187-201.

Bosnien-Herzegovinas Powersharing-Modell in der Krise. Wege in einen funktionierenden Bundesstaat, in: Europäisches Zentrum für Föderalismus-Forschung Tübingen (EZFF, Hg.), Jahrbuch des Föderalismus 2017. Föderalismus, Subsidia-rität und Regionen in Europa, Baden-Baden 2017, S. 419-435.

Flucht und Religion. Aktuelle Herausforderungen an europäische Standards des Menschenrechtsschutzes, in: Judith Könemann, MarieTheres Wacker (Hg.), Flucht und Religion. Hintergründe, Analysen, Perspektiven, Münster, 2018, S. 6796.

Für Fragen und Kooperationen kontaktieren Sie mich: 
(0049) 0170 3889526 | kontakt@sabineriedel.de

 

Prof. Dr. Habil. Sabine Riedel

Prof. Dr. Habil. Sabine Riedel - Sabine Riedel

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